Bornheim entdecken: Alles und noch viel mehr für eine gute Welt!

Seit September 2005 ein nicht mehr wegzudenkender Teil der Berger Straße: Der Weltladen, betrieben von Ursula Artmann und Stefan Diefenbach. Angefangen hat alles mit dem Verkauf von fair gehandeltem Kaffee und fair gehandelter Schokolade. Da ist allerdings viel hinzugekommen: Rucksäcke aus Kambodscha, Pullover aus Nepal, Lebensmittel aus aller Welt und vieles mehr. Zeit, für einen Blick dahinter.

Faire Produkte direkt auf der Berger Straße einkaufen

Es war einmal: Die St. Josefs-Gemeinde gründete eine „Eine-Welt-Gruppe“. Lange ist das her. Einmal monatlich wurden nach dem Gottesdienst faire Produkte verkauft. Die zündende Idee kam, als die katholische Buchhandlung nebenan die Räume aufgab. „Der verwegene Gedanke war: Da könnte man doch einen Laden aufmachen“ so Stefan Diefenbach. Weil die Fläche zur Pfarrei gehört, konnten die 70m2 schnell gemietet werden. Diefenbach kam damals von der katholischen Jugendarbeit, seine Kollegin Ursula Artmann aus dem Verlagsgeschäft. Gemeinsam schoben sie den Weltladen über die Ziellinie und konnten ihn erfolgreich etablieren und ausbauen. Und das zu einer Zeit, als Themen wie ökonomische, ökologische und soziale Nachhaltigkeit noch nicht jeder auf dem Schirm hatte. Echte Pionierarbeit eben. Heute unterstützen viele ehrenamtliche Mitarbeiter:innen den Weltladen. Beraten, verkaufen und beantworten Fragen – und die gibt es viele. Dazu Diefenbach: „Natürlich will unsere Kundschaft immer wissen, wo das Produkte denn herkommt – und wieviel wir über die Arbeitsbedingungen vor Ort wissen. Das Schöne ist: Wir können nahezu alles beantworten – weil wir ja mit Herz und Leidenschaft bei der Sache sind“ Oh ja, das merkt man. Stefan Diefenbach kommt ins Schwärmen, wenn er über die Produkte, Herkunftsländer, die fairen Lieferketten und die hohen sozialen Standards in den Produktionsländern redet.„Wir kaufen keine Produkte vom Wühltisch des globalen Handels. Wir müssen jedes Produkt zurückverfolgen können – bis an die Nähmaschine oder auf das Feld“.

Faire Arbeitsbedingungen und faire Löhne


Der Weltladen auf der Berger ist Teil des Weltladen-Dachverbands. Diese große Interessensvertretung pflegt und hegt Beziehungen zu Herstellern über Jahre hinweg, kennt die Kooperativen und die Interessen der Anbauer. Gerade soziale Standards sind im Fokus: faire Entlohnung, gesunde Arbeitsbedingungen und die Möglichkeiten Gewerkschaften zu gründen. Stefan Diefenbach ist sich sicher: „Mit dem fairen Handel ist man eher auf der Seite der Lösungen als auf der Seite der Probleme“. Das kann man ganz sicher genau so stehen lassen.

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Aber reden wir doch mal über die Kundschaft. „Es gibt Menschen, denen fairer Handel einfach wichtig ist, also echte Überzeugungskäufer. Die machen ungefähr ein Drittel aus. Zwei Drittel bei uns ist Laufkundschaft. Deswegen ist die Attraktivität der Berger hochgradig wichtig, denn wir brauchen das Schlenderpublikum. Diejenigen, die auf der Straße unterwegs sind und was Schönes sehen. Unser großes Schaufenster spielt dabei eine große Rolle“. Fast beiläufig erfahre ich, dass der Weltladen außerdem Schulen und Pfarreien, und Gemeinden beliefert. Und sogar als kleiner Großhandel für Feste und Feiern arbeitet. Wow, was für eine breite Palette.

Der Weltladen Bornheim bietet mehr als nur Produkte

Dass sich der Weltladen nicht ausschließlich als Einzelhandel betrachtet, versteht sich fast von selbst. Denn die Idee dahinter ist schlicht zu groß und vielfältig. Deswegen gibt es den angeschlossenen Verein „Fair-ein“. Ja, Wortspiele müssen manchmal sein. Der Verein gestaltet das Bildungsangebot rund um den Weltladen. So gibt es zum Beispiel Vorträge über die Situation der Produzenten in Nepal oder die sozialen Bedingungen der Landarbeiter in Burkina-Faso. Alle Infos findet man im Newsletter des Weltladens. Hier kann man sich übrigens anmelden.

Kommen wir noch kurz zu den anstehenden Herausforderungen. Stefan Diefenbach dazu: „Wir werden in Zukunft ein jüngeres Publikum ansprechen. Ein Großteil unserer Kundschaft kommt, wie wir, noch aus der Friedensbewegung und den Protesten gegen den Nato-Doppelbeschluss, die Apartheit in Südafrika und vieles mehr. Künftig sollte uns auch dieFridays for Future-Jugend schätzen und unterstützen“. Engagement setzt sich durch. Ich bin mir sicher, dass dieser Wandel gelingen wird.

Informationen über die Herkunft der Produkte


Vor allem, wenn ich zum Schluss nochmal einen Blick auf das Warenangebot werfe. Ein Etikett fällt mir ins Auge: „Marylin und Jenny haben dieses Kleid entworfen und genäht“.
Es sind diese vermeintlichen Kleinigkeiten, die den fairen Handel so attraktiv und richtig machen. Walk on!

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